Corporate Volunteering (COVO) bedeutet, dass die MitarbeiterInnen eines Unternehmens in dessen Namen freiwillig in einem gemeinnützigen Kontext tätig werden, um einen Beitrag für gesellschaftliche Anliegen zu leisten.

Die MitarbeiterInnen bringen ihre (Arbeits-)Zeit und/oder ihre Fachkompetenzen im Namen des Unternehmens ein.

COVO-Eckpunkte

Die Beteiligten an einem COVO-Projekt sind im Allgemeinen: Ein Unternehmen und eine Non Profit Organisation (NPO). Zur Projektgestaltung und –begleitung werden manchmal auch spezielle Berater oder Agenturen beigezogen.

In COVO-Projekten wird von den MitarbeiterInnen Zeit (z.B. Aktionstage) und/oder Wissen (z.B. Mentoring) zur Verfügung gestellt.

COVO-Vorhaben können kurzfristig (z.B. Aktionstage) oder langfristig (z.B. Secondment) angelegt sein.

Im Deutschen werden manchmal auch die Begriffe „Bürgerschaftliches Engagement von Unternehmen“ oder „betriebliche Freiwilligenprogramme“ verwendet. Bei COVO Projekten geht es vorrangig nicht um Fundraising-Aktivitäten.

Nutzen

Partnerschaftlich entwickeltes COVO führt zu einem gemeinsamen Erfolg, von dem Unternehmen, NPOs und die engagierten Corporate Volunteers gleichermaßen profitieren. Echte Win-Win Situationen entstehen, wenn die Partner auf Augenhöhe kommunizieren und auf der Basis von Offenheit und Flexibilität zusammenarbeiten.

 Nutzen für NPOs

  • Know-how Transfer
  • Personalressourcen für Sonderprojekte oder ergänzende Angebote
  • Gewinnen von MultiplikatorInnen
  • Anwaltschaft: Anliegen der KlientInnen, gesellschaftliche Zielsetzungen kommunizieren

 Nutzen für Volunteers

  • Sinnstiftung und Zufriedenheit
  • Einblick in „fremde Welten“
  • Spaß am Tun mit KollegInnen in ungewohntem Kontext
  • Etwas beitragen können

Nutzen für Unternehmen

  • Mitarbeiterbindung durch „geteilte Werte“
  • Gelebte soziale Verantwortung (Corporate Citizenship, Corporate Social Responsibility)
  • Entwicklung von Sozial- und Selbstkompetenzen
  • Innovationsimpulse durch Blick auf unterschiedliche Organisatonskontexte

Formen & Merkmale

Aktionstag (auch: Action Day, Social Day)

MitarbeiterInnen eines Unternehmens engagieren sich an einem bestimmten Tag für einen gesellschaftlichen Einsatz in einer NPO. Das Engagement erfolgt im Rahmen der Arbeitszeit. Je nach Größe des Unternehmens finden die Aktivitäten in einer Einrichtung statt oder in Kleingruppen bei unterschiedlichen Projekten.

Zeitguthaben (Time Bank)

Das Unternehmen stellt ein Zeitguthaben zur Verfügung und die MitarbeiterInnen nutzen dieses für Freiwilligenengagement. Üblich sind 1-3 Arbeitstage pro Jahr. Die Einsatzorte können frei wählbar sein, oder es werden vom Unternehmen Partnerschaften vorbereitet.

Teamprojekt

Ein bestehendes oder ein für das Projekt zusammengestelltes Team widmet sich einer konkreten Aufgabe. Der Zeitraum kann dabei kurzfristig (z.B. Kocheinsatz an einem Abend) oder längerfristig (Vorbereitung und Umsetzung eines Renovierungsprojekts) sein.

Partnerschaft

Das Unternehmen geht eine langfristige Partnerschaft mit einer NPO ein und stellt regelmäßig MitarbeiterInnen für die Umsetzung frei (z.B. jeden Monat drei Personen für einen Nachmittag). Inhalte können sowohl die reine Zeitspende (z.B. Freizeitgestaltung mit Senioren) als auch Wissenstransfer sein (z.B. Computerkurse).

Pro-bono-Arbeit

Bei der Pro-bono-Arbeit erbringen ExpertInnen ihre übliche professionelle Dienstleistung für ein Projekt oder für eine Zielgruppe, die diese Leistungen nicht einkaufen könnte. In der Regel findet diese Form von COVO bei freien und kreativen Berufen Anwendung (RechtsanwältInnen, ÄrztInnen, WerberInnen).

Secondment

Ein Unternehmen überlässt MitarbeiterInnen für einen längeren Zeitraum einer NPO. Meist bringen diese konkretes Fachwissen (z.B. Datenbankprogrammierung, Projektmanagement) im Rahmen ein. Secondments werden oft am Übergang zwischen Projekten oder zur Pension umgesetzt. Secondments finden In Österreich noch eher selten statt.

Mentoring

MitarbeiterInnen des Unternehmens begleiten einzelne Personen (z.B. KlientInnen einer NPO, StudentInnen) regelmäßig über einen definierten Zeitraum und bringen ihre Fach- und/oder Sozialkompetenz ein.

 

Abgrenzung:

Engagementformen, die manchmal als COVO bezeichnet werden, nach unserem Verständnis aber nicht in die Definition passen, sind:

  • Dollars for Doers – Geldspende des Unternehmens an Projekte, in denen MitarbeiterInnen ehrenamtlich engagiert sind.
  • Lern- und Entwicklungsprojekte – Kurzeinsätze von MitarbeiterInnen in Sozialeinrichtungen mit dem primären Ziel der Förderung von Sozialkompetenz oder der Teamfähigkeit.
  • Engagementförderung – Unternehmen motivieren ihre MitarbeiterInnen zu freiwilligem Engagement im Privatleben und stellen dafür Informationen (z.B. Datenbank mit Angeboten) bereit.