Beim Workshop „Corporate Volunteering 2.o“ am 14.4.2015 ging es um die Frage, wie die mittlerweile recht aktive COVO-Szene in Österreich sich weiterentwickeln kann. Welche Erfahrungen gibt es – und welche Trends aus anderen Ländern wären hilfreich? Hier ein paar Impulse aus der Diskussion der Workshopleiterinnen Eva More-Hollerweger und Petra Rösler mit den 10 TeilnehmerInnen:

Impact-Orientierung: Schon bei der Planung auf die möglichen Wirkungen zu schauen, bringt neue Ideen und Schwerpunkte. So wird gerade „Advocacy“, also das Aufmerksammachen auf die Lebenssituation der KlientInnen, wenig aktiv verfolgt. Die „Firmenfreiwilligen“ sind aber in der Regel aufgeschlossen, neugierig und bereit, genauer zu verstehen, was „vor Ort“ eigentlich gebraucht und geleistet wird. In der Gestaltung kann sich das etwa durch einen extra Vortrag, ein Mail zur Vorbereitung, einen Kennenlern-Besuch vor dem Einsatz auswirken. Einige Teilnehmerinnen berichten auch, dass der Blick auf die Wirkung schon am Anfang kreativer macht.

Pro bono: Während manche Organisationen dringend mehr pro bono-Leistungen suchen (v.a. im Bereich Handwerk), berichten andere, dass hier ein Ungleichgewicht entsteht: Da die Leistung nur „geschenkt“ ist, kann sie auch nicht mit der gleichen Verbindlichkeit eingfordert werden, bei Zeitverzögerungen oder Unzufriedenheit fühlen sich die NPOs eher als Bittsteller denn als Partner. Hier ist sicher noch Optimierungsbedarf bei der Gestaltung der Projektbeziehung.

Skills-based vs. „many hands“: Es gibt noch wenige Beispiele für Volunteering-Projekte, in denen spezifisches Know-how fließt. Zwei Faktoren wurden im Workshop als Erklärung genannt: Firmen wollen Projekte, in denen MitarbeiterInnen „etwas ganz anders“ tun als im Alltag. Den Skills-Bedarf zu formulieren, ist intern aufwändig, es erfordert einiges an Abstimmung und Vorbereitung. Diskutiert wurde, dass es sehr wohl auch viele Menschen gibt, die in der Freiwilligentätigkeit bereits vorhandene Kompetenzen einbringen wollen – neben denen, die Abwechslung, Neues, Anderes suchen. Und dass die Effektivität von Volunteering natürlich mit dem Wert der eingebrachten Kompetenzen steht und fällt.

Nacharbeit: Die Nahtstellen vom CoVo zu Freiwilligenkoordination und Fundraising sind bei manchen Organisationen noch wenig definiert oder genutzt. Wer im Rahmen eines beruflichen Volunteerings in einer Einrichtung war, möchte sich vielleicht weiter engagieren – je nach Machbarkeit durch eine Spende, ein begrenztes freiwilliges Engagement oder womöglich auch durch Übernahme einer ehrenamtlichen Funktion. Auch bei COVO kann ein „First Kiss“ erfolgen (sprich: erste Begeisterung für Engagement), weitere Rendevous sind also durchaus möglich!