COVO.at hat Isabella Gassama-Luschin von IBM Österreich zu einem aktuellen Vorhaben befragt.
(Stand: 30.10.2015)

F: IBM hat viele COVO-Aktivitäten. Gibt es auch eine Reaktion auf die aktuellen Themen Flüchtlinge / Integration?
A: Wir starten Anfang November eine IBM Deutsch-Lernstation für Flüchtlingskinder. Zwanzig außerordentliche SchülerInnen, die Neue Mittelschulen in Wien besuchen bekommen bei uns zusätzliche Deutsch-Lernstunden. Für dieses Pilotprojekt konnte ich 60 IBM MitarbeiterInnen als Volunteers gewinnen.

F: Wer sind die Partner(organisationen) im Projekt?
A: Der Wiener Stadtschulrat war von Anfang an sehr überzeugt von dieser Idee und ist gemeinsam mit Teach For Austria unser Partner. Die Jugendlichen besuchen bereits Neu-in Wien-Kurse, durch das IBM Angebot bekommen sie zusätzliche Förderung und sind nahe an IT- und Berufsthemen.

F: Was bedeutet das Projekte für die Mitarbeiter/innen, die sich als Volunteers melden, konkret?
A: Unsere Volunteers wurden bereits in Train-the-Trainer Kursen eingeschult. Sie erlernten Methoden zum Spracherwerb, haben Einblicke in die arabische Gesellschaft bekommen und haben ein Planungskonzept für die Lernstunden ausgearbeitet. Damit stellen wir sicher, dass die Lernstunden auf der Basis von anerkannten pädagogischen Prinzipien abgehalten werden. In jeder Lernstunde arbeiten vier Volunteers für die Jugendlichen. Die Volunteers selbst können sich frei zu den Lernstunden einteilen. Die Begeisterung und das Engagement sind groß! Denn die Volunteers können die Lernstunden sehr eigenständig und kreativ erarbeiten.

F: Welche Ziele definieren Sie als IBM für dieses COVO-Projekt?
A: Wir wollen es schaffen, dass die Jugendlichen am Ende des 6-monatigen Kurses ein Buch lesen können. Das Buch wird anhand der Kriterien des Europäischen Referenzrahmens zum Sprachenerwerb ausgesucht werden und bedeutet, dass die Kinder und Jugendlichen ein neues Sprach-Level erreicht haben. Wir denken, dass das Erlernen der Sprache und die Berührungspunkte zu unseren Volunteers sich positiv auf die Integration der Kinder auswirken. Gleichzeitig entwickeln aber unsere MitarbeiterInnen ihre Skills weiter.

F: Was war bisher eine schwierige Frage und wie haben Sie die gelöst?
A: Eine schwierige Frage ist der rote Faden durch die Lernstunden. Die Volunteers selbst haben dafür die Idee einer Themenlandkarte entwickelt, die uns hilft, uns am Referenzrahmen zum Sprachenerwerb zu orientieren, aber trotzdem genug Freiraum für Kreativität lässt.

F: Was ist Ihr persöliches Motto für dieses Projekt / Ihr persönlicher Wunsch?
A: Mein Wunsch ist es, dass dies der erfolgreiche Auftakt zu einem Programm ist, von dem möglichst viele Kinder profitieren können.

COVO.at: Vielen Dank!